Marco Polo Kontaktstelle
für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

- Das europäische Förderprogramm für den internationalen Güterverkehr -
Beratung - Antragstellung - Projektbegleitung



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Das Programm

Marco Polo ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, welches die Verlagerung von internationalem Straßengüterverkehr auf die alternativen Verkehrsträger Schiene, Binnenwasserstraße und Kurzstreckenseeverkehr sowie intermodale Transportketten fördert. Ein weiteres Ziel ist die Vermeidung von Straßengüterverkehr als solchem, ohne Verlagerungswirkungen zu erzielen.

Bezuschusst werden Projekte, die nennenswerte Verkehrsverlagerungs- oder vermeidungseffekte zum Ziel haben, oder geeignet sind, indirekte Wirkungen in dieser Hinsicht zu erzeugen. Projekte können umfassen:

  • neue oder bestehende, aber erheblich zu erweiternde Verkehrsdienste, welche wettbewerbsfähige Transportalternativen zum Straßengüterverkehr anbieten,


  • technische, strukturelle, organisatorische oder andere Maßnahmen zur Erhöhung der Auslastung im Straßengüterverkehr, zur Prozessoptimierung oder zur Reduzierung des Transportvolumens, ohne Wert und Menge der Transportgüter zu mindern,


  • Aktivitäten, die die intensive Kooperation und die gemeinsame Nutzung von Know-how auf dem Gebiet intermodaler Transport- und Logistikketten zum Ziel haben.

Das Marco Polo-Programm läuft ab 2007 bis 2013 in seiner zweiten Phase (Marco Polo II) mit einem Gesamt-Fördervolumen von ca. 450 Mio. EUR. Dabei bietet Marco Polo insbesondere die Übernahme von Anlaufverlusten von Verkehrsdiensten während einer Startphase von bis zu fünf Jahren. Darüber hinaus bestehen auch Förderungsmöglichkeiten für projektbezogene Infrastruktur. Das Programm ist insofern erfolgsorientiert ausgerichtet, als dass die Höhe der finanziellen Förderung in den meisten Fällen von der verlagerten oder vermiedenen Transportleistung abhängig ist (Verkehrsverlagerungsaktionen, katalytische Aktionen, Meeresautobahnen, Verkehrsvermeidungsaktionen).

Ferner fördert Marco Polo die Implementierung innovativer, insbesondere intermodaler Verkehrsdienste, die die Überwindung wesentlicher Marktbarrieren zum Ziel haben. Hierzu können organisatorische, technische oder andere Marktbereiche gehören, die einer verstärkten Realisierung und Nutzung von Transportalternativen zum Straßengüterverkehr entgegenstehen (Katalytische Aktionen).

Der Schwerpunkt der Marco Polo-Förderung des Projekttyps Meeresautobahnen liegt auf der Förderung qualitativ hochwertiger Verkehrsdienste im Kurzstreckenseeverkehr und deren Hinterlandanbindungen, bei nachrangiger Bedeutung der Infrastrukturförderung.

Die Förderung internationaler Kooperationen in den Bereichen Transport und Logistik ist im Rahmen der Gemeinsamen Lernaktionen möglich. Hierunter sind vor allem Aktivitäten zum Wissens- bzw. Erfahrungsaustausch sowie zur gemeinsamen Aus- und Fortbildung von Personal zu verstehen. Der Begriff der Kooperationsförderung kann ggf. auch weiter gefasst werden.

Das Programm ist ausschließlich auf die Förderung grenzüberschreitender Vorhaben bzw. Güterströme ausgelegt. Nationale Projekte sind nicht förderfähig. Wirtschaftsunternehmen aus den EU27-Staaten, den EFTA-EEA Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein, sowie Kroatien können im Rahmen von Marco Polo Zuwendungen beantragen. Projekte können auch auf benachbarte Drittstaaten ausgedehnt werden. An Projekten beteiligte, dort ansässige Unternehmen können jedoch keine Zuwendungen erhalten. Auf den Territorien benachbarter Drittstaaten realisierte verkehrliche Verlagerungs- oder Vermeidungseffekte sind nicht als positive Effekte von Projekten zu werten.


Letzte Änderungen: 17.06.2010